Topcase Umbau für CL

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    • Topcase Umbau für CL

      Hallo zusammen,

      die Winterzeit nutze ich um das originale Topcase zu ersetzten durch einen Umbau eines Shad 50 -Koffers.

      Meine Frau und ich fahren gerne lange Strecken über 2-3 Wochen, da reicht das Topcase von BMW nicht aus. Außerdem passt nur ein Helm rein; und mit einem Handgriff abnehmbar ist das DIng auch nicht.
      Somit sollte es ersetzt werden durch etwas Praktisches. Alles sollte rückwärtskompatibel sein.

      Von den vorherigen Maschinen hatte ich noch einen Shad 50, dieser hatte sich sehr gut bewährt. Der Shad hat eine Trägerrplatte, die mit wenig Aufwand an den BMW Träger passt.

      Der Kofferträger der BMW sollte so bleiben, wie er ist. Die originale BMW-Rückenlehne sollte auf den neuen Koffer montiert werden. Das gesamte Erscheinungsbild sollte zur CL passen.

      Zum Umbau:

      Zuerst wurde die schwarze Abdeckung des Shad abgeschraubt, sowie die beiden gebogenen Seitenteile; diese werden aus statischen Gründen weiter verwendet. Das Oberteil des Deckels wurde rigoros abgesägt vom Teil, der den Schließmechanismus und die Dichtung aufnimmt. Es blieb also vom Oberteil nur ein Rahmen übrig, siehe Bilder.
      Danach wurde ein Abdruck der lackierten Abdeckung genommen, aus Glasfasergewebe und Epoxidharz. Die BMW-Rückenlehne wurde in Kunststofffolie eingepackt, und diente ebenfalls für einen GfK-Abdruck.
      Dieser wurde mit dem Deckelabdruck mit Gewebestreifen zusammengeharzt. Da wo die Teile noch nicht zueinander passten, wurden Styrodurklötze mit doppeltem Klebeband eingefügt, in Form gebracht, und mit GfK überzogen. Nach dem Festwerden des Laminats wurden die Styrodurteile entfernt.
      Schließlich laminierte ich mir noch die Seitenränder aus GfK, als Form diente mir eine leicht durchgebogene, steife Kunststofffolie. Auch diese Seitenränder wurden mit dem Oberteil verharzt. Für das Grobe verwendete ich Polyesterharz, es geht schneller und ist weniger gifitg. (Stinkt aber mehr als das Epoxy-Harz).

      Der Platz für das BMW-Logo wurde herausgearbeitet, und ein Emblem dafür gekauft. Es folgten vier kleine Sicken als Auflage für den Gepäckträger und innen dazu Verstärkungen.

      Somit ist ein Rohbau entstanden, der meinen Wünschen entspricht.

      Es folgte eine langwierige Spachtel- Füller- und Schleifarbeit. Lackiert wurde mit 2-K-Spraydosen. Auf den Bildern sieht man noch die unverschliffene schwarze Farbschicht, es fehlt der Feinschliff (1200er Körnung) und der abschließende 2-K-Klarlackauftrag. (in 2 Schichten, ebenfalls mit Zwischenschliff).

      Der so entstandene fertige und lackierte Deckel wird mit Karosseriekleber auf den Rahmen geklebt.

      Im Kofferboden sieht man zwei Schlitze, es sind Aussparungen für den Gepäckträger. Ich werde zum Schluß noch 2 Hutzen laminieren und über die beiden Schlitze kleben. Sie stehen glücklicher Weise nur wenig in den Koffer hinein.

      Eine Filzeinlage, die ich bereits in den Deckel "modelliert" (= gefilzt) habe, verdeckt die Schraubenköpfe für den Gepäckträger, sowie die Gewebestruktur des GfK. Sie wird mit Klettverschluß innen befestigt.

      Soweit die Baubeschreibung, vielleicht hilft sie manchem Selberbastler.

      Zur rechtlichen Seite dieses Eigenbaus: Koffer sind Gepäckteile, wenn sie ohne Werkzeug abnehmbar sind. Gepäck muss nicht eingetragen oder vom Sachverständigen abgenommen werden. Somit ist alles legal.
      Außerdem gibt es vom Kunststoffhändler R&G eine Freigabe, die von den Sachverständigen akzeptiert werden sollte, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Aufbau des Laminats so gemacht wurde, wie R&G es vorschreibt. Dies war aber beim abnehmbaren Koffer nicht nötig (weil Gepäck).

      Gruß
      Klaus.
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    • Hallo...

      gute Idee, denn das stört mich auch ein wenig das im Top Case bzw. auch in den seitlichen Koffern nicht wirklich viel rein passt.
      Mach mal bei Gelegenheit ein Bild vom Heck wie das aussieht.


      Gruß Wolfgang
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    • Hi Wolfgang,

      mach ich. Dauert aber noch 2-3 Wochen bis alles fertig ist.
      Übrigens: den rechten Koffer habe ich von der sperrigen Radiokonsole befreit, (einfach rausgesägt) und eine perfekt angepasste Blende an die offenen Stellen gebastelt. Somit ist etwas Stauraum gewonnen.

      Seitliche Koffer hatte ich in meiner Yamaha XVS1300 umgearbeitet, sowie Beinschilder mit Staufach für die Sturzbügel vorne gebastelt.
      Auch ganze Gepäckträger aus Kohle- Kevlar- und Glasrovings sind so entstanden. Diese wurden von keinem Sachverständigen bemängelt, sie sahen halt "wie serienmäßig" aus. Glück gehabt.

      Nebenbei:
      Gepäckträger aus Stahrohr sind in Deutschland nicht abnahmepflichtig. Aber als fest angeschraubte Kunststoffteile schon, wegen der Splittergefahr, so die Argumentation. (Es sind ja keine abnehmbaren Gepäckstücke, siehe oben).

      Gruß
      Klaus.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Klaus. ()

    • … genau so was hatte ich mir auch schon überlegt und zwar wollte ich mir von Givi das Maxi 4 zulegen das hat 56 ltr, nur wie sieht es am Motorrad aus,
      evtl. bestelle ich mir das im neuen Jahr einfach mal schraub mein Case ab und setze das nur mal drauf, sieht das okay aus wird das auch lackiert ansonsten
      sende ich das wieder zurück. :D
      Möchte eh das ganze Motorrad neu lackieren lassen im nächsten Jahr dann wäre das ein Abwasch...


      Gruß Wolfgang
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    • Hallo Klaus,

      tolle Arbeit sieht super aus! Ist eine Überlegung wert. :thumbsup:
      Aber kann es sein, dass die Rückenlehne etwas zu steil ist? Könnte Druckstellen geben, oder bei Druck heraus brechen.

      Dir und deiner Familie einen guten Rutsch.

      Gruß Rudi
      :thumbsup: Westfalencruiser :thumbsup:
    • Rudi-Do schrieb:

      Hallo Klaus,
      ...Aber kann es sein, dass die Rückenlehne etwas zu steil ist?...
      Dir und deiner Familie einen guten Rutsch.

      Gruß Rudi
      Hallo Rudi,

      danke für die Wünsche, Dir und den Deinen ebenso alles Gute!

      Zur Lehne: wenn der Koffer am Moped befestigt wird, hat die Rückenlehne genau die Lage wie das Original. Das hatte ich mit Pappschablonen vorher festgehalten, und während des Zusammenklebens der einzelnen Teile des "neuen" Koffers berücksichtigt.
      Kann sein, dass es jetzt noch etwas steil wirkt; ich hoffe aber, dass das im Endzustand passt. Wenn nicht, werde ich einfach die Wulst nacharbeiten, die die Lehne trägt.

      Der Bereich der Verschraubungen (Rückenlehne oder Gepäckträger) wurde deutlich verstärkt, und zwar dem Kraftverlauf entsprechend. Ich hoffe, das wird fest genug sein; habe da etwas Erfahrung aus vielen Jahren Modellbau und Motorradbasteln. (Erster Topcase im Jahre 1979 an einer Goldwing GL1000 K1 :) )

      Übrigens: habe 400 Gramm Gewicht sparen können, gegenüber dem Polypropylen des Originalkoffers, inklusive seiner schwarzen Abdeckhaube. Verbundwerkstoffe sind einfach belastbarer als Thermoplaste, und die Materialdicke kann ich ja entsprechend anpassen, wo nötig.

      Servus, Klaus.