Urlaubserfahrungen mit der CL

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    • Urlaubserfahrungen mit der CL

      Erfahrungen im Urlaub auf Korsika mit der CL aus technischer Sicht. Ich gehe hier bewusst nicht auf die schönen Strecken , Gegenden und Strände auf Korsika ein und die folgenden Zeilen sind keine Kritik an Korsika. Mann/Frau sollte halt wissen was einen erwartet, wenn man mit so einem Brummer wie der CL dorthin fährt.

      Die CL ist suboptimal für die Straßen dort. Es gibt viele sehr gut zu befahrende Straßen, aber man kommt mit der CL schnell an die Grenzen, weil der Belag zu schlecht ist, Kurven und kleine Kreisverkehre trotz Volleinschlag der Lenkung sehr eng werden und die Straßen in Kurven manchmal zur Mitte hin abfallen.
      Dazu kommen noch allgemeine Gefährdungen durch zahlreiche Baustellen, herumlaufende oder überfahrene Tiere auf der Fahrbahn.
      Schmale Brücken ohne Geländer lösen keine Glücksgefühle aus, wenn sich auch noch ein Auto schnell rüberdrängeln will.
      Manche Kurven lassen sich wegen des langen 1. Gangs nur mit schleifender Kupplung durchfahren, damit die Maschine unter Zug bleibt. Auch wenden und es sich anders überlegen kann manchmal schwierig sein. Es ist durchaus alles machbar, aber wenn man beladen und mit Sozia/Sozius fährt ist es in einigen Situationen schon eher Stress , manche Strecken zu befahren.

      Wir haben mehrfach in AirBNB Hosts übernachtet. Gegenüber Hotels kann das den Nachteil haben , dass man eine Zufahrt erwischt , die wohl eher für die GS gemacht ist. Das ist dann eine spannende Herausforderung, die vielleicht aber nicht jedem behagt und nicht immer schadlos ausgeht.

      Es gibt Straßen mit 15% und mehr Steigung. Wenn man dort beladen und Sozia/Sozius anhalten muss und dann wieder anfährt geht das wegen der langen Übersetzung des 1. Gangs trotz des hohen Drehmoments manchmal nur mit schleifender Kupplung. Ich habe dabei sogar ein Wheelie mit der CL hingelegt.

      Beim Auffahren auf die Fähre empfehle ich die steilen Rampen nur hochzufahren, wenn der Vordermann schon oben ist. Ich hatte eine Situation, bei der eine schwer beladene Vespa kurz vor Ende der Rampe stehenblieb. Das war Stress für alle dahinter, anhalten und wieder anfahren auf der steilen und teilweise nassen Metallrampe ist für große, schwere und beladene Maschinen mit hoher Rutschgefahr verbunden. Die Ordner haben mehr im Weg gestanden und sich selbst in Gefahr gebracht, als hilfreich zu sein.

      Der hintere serienmäßige Stoßdämpfer der CL hat sich auf der Rückfahrt verabschiedet.
      Auch der vordere ist wahrscheinlich angezählt. Bei 38.000 Km war Korsika wohl zuviel für die Dämpfer, obwohl es bei der Abfahrt keinerlei Auffälligkeiten gab. Also besser vor einem Korsika Trip auf bessere Dämpfer umrüsten oder vorsorglich überholen lassen. Nur noch hinter LKW‘s herzuzockeln war kein Zuckerschlecken.

      Mann sollte auf jeden Fall Kosten für die Behebung von Schäden am Motorrad nach dem Urlaub einplanen. Der Verschleiß ist schon deutlich höher als zu Hause.

      Die Integralbremse ist Spitze, da man notfalls auch in Schräglage besser und sicherer abbremsen kann.

      Bis auf das Federbein gabs keine Ausfälle oder Mucken. Der Verbrauch lag zwischen 5.2 Liter und 7.3 Liter/100 Km. Durchschnittlich so um die 6 L/100 Km mit Gepäck und Sozia. Gefahrene Strecke : ca. 3600 Km mit An/ Abreise auf dem Motorrad.

      Der Urlaub hat viel Spaß gemacht und nach jeder erfolgreich gemeisterten Herausforderung fühlt man sich ja noch besser!

      PS: Eine einzige echte Gefährdung haben wir diesmal nicht durch einen Autofahrer , sondern durch einen österreichischen Motorradfahrer erlebt , der in kurzen Hosen und T-Shirt unterwegs war. So ein Idiot, der sich wohl beweisen wollte und dabei sich selbst , uns und 2 weitere Motorradfahrer fast ins Unglück gestürzt hätte.



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    • Danke für den Bericht, sehr hilfreich für mich.
      Ich habe eine Tour von 4000 km vor mir, ebenfalls mit Sozia, ebenfalls auf mehr oder weniger schlechten Straßen.

      Korsika hatte ich im Jahre 1983 befahren (R 100 RT), ich kann Deine Aussagen bestätigen, auch jene mit der Fähre.
      Verwilderte Hausschweine, die sich mitten auf der Straße sonnten, gab es auch. Meistens hinter scharfen Kurven :)

      Damals ist mir der Kurbelwellendichtring an der RT undicht geworden, ich konnte nicht mehr als 140 km/h fahre und nur sanft beschleunigen. Über 140 km/h schlupfte die Kupplung, und das bei einer langen Heimreise auf der Autobahn. Ich war kurz davor, Cola durch das Zündzeitpunkt-Prüfloch auf die gezogene Kupplung zu kippen, um das Öl kurzfrisitg wegzuspülen und um alles zu verkleben.

      Ja, dann werde ich mich nach der Reise über einen kaputten Hinterradämpfer nicht ärgern.

      Gruß
      Klaus.