LED-Hauptscheinwerfer Einsatz von LedPerf.com

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    • LED-Hauptscheinwerfer Einsatz von LedPerf.com

      Mein Projekt war (ist), meine R1200C nachdem ich die Blinker und das Schlusslicht auf LED umgestellt habe, auch den Hauptscheinwerfer mit LED zu versehen. Meine Erfahrungen mit LedPerf.com waren dabei recht durchzogen. Frühere Versuche, nur das Leuchtmittel durch ein nicht zugelassene LED-Leuchte zu ersetzen, waren mehr als nicht erfolgreich. Das Lichtbild war absolut ungenügend, das Ergebnis lag weit neben den versprochenen Eigenschaften der Hersteller. Daher habe ich, wie einige von Euch, den Ersatz des ganzen Lampenkörpers geplant. Im Forum haben schon etliche von erfolgreichem Umbau berichtet, andere haben sich gefragt, ob ein solcher Umbau zulässig, sinnvoll oder mit Tücken verbunden ist. Einige der Erkenntnisse decken sich mehr- oder weniger mit solchen, die auch andere gemacht haben.

      Gerne teile ich Euch meine Erfahrungen mit der Firma LedPerf.com mit. Bitte entschuldigt allenfalls die ungewollte Überlänge des Textes.

      6.8.2019 Anfrage, ob bei der Verwendung eines Einsatzes von LedPerf.commit einer Beanstandung in der Schweiz zu rechnen ist. Da die R1200C ein grösseren Lampenkörper als 7" hat, habe ich auch angefragt, ob sie als Lieferant dafür einen Adapter für das Original zur Verfügung stellen, da LedPerf.com modellbezogene Bestellungen anbietet. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit den LED-Leuchtmitteln habe ich auch nachgefragt, ob Fotos des Lichtbildes verfügbar seien. Weiter habe ich mich danach erkundigt, ob man den Scheinwerfer in der Schweiz auch in Original betrachtet werden könne.

      Die Antwort erfolgte sehr zeitnah und war sehr knapp abgefasst. Es wurde darauf geantwortet, "Die Optik ist E9-Zulassung (auf dem Glas der Optik eingraviert), was eine Zulassung in Europa ermöglicht". Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass man einen zusätzliche Lampenkörper installieren müsse, um 'die Optik' verwenden zu können, und dass sie in der Schweiz leider keine Niederlassung besässen.

      7.8.2019 Da die Antwort von LedPerf.com meine Fragen, wenn überhaupt, nur teilweise beantwortet haben, habe ich mich danach weiter erkundigt, ob wenigstens eine Montageanleitung als PDF erhältlich sei und ob ich ein Gesamtdokument erhalten könne, aus dem hervorgeht, dass eine ordentliche (E9) Zulassung vorhanden sei. Bezüglich des Lampengehäuses habe ich zudem angefragt, ob der Einsatz auch im Originalgehäuse verbaut werden könne, das in der Absicht zu erfahren, ob vom Lieferanten von sich aus ein Lösungskonzept anbieten kann.

      LedPerf.com hat darauf geantwortet, dass eine Montageanleitung erst nach dem Versand verfügbar sei (auf der Webseite). Ein Dokument, die eine Zulassung nach (E9) bescheinigt, könne LedPerf.com nicht vorlegen (haben sie nicht). Auch wurde mir erklärt, dass das Gehäuse von LedPerf 'unerlässlich' sei.

      Darauf habe ich mich erneut bei LedPerf.com zurück gemeldet, da es meiner Meinung nach für die Zulassung unbedingt notwendig ist, über ein solches Dokument zu verfügen. Ich habe darauf hingewiesen, dass nach meinem Wissenstand eine Zulassung in der Schweiz scheitern würde, wenn nicht das geforderte Dokument bei einer Fahrzeugprüfung vorgelegt werden könne. Danach herrschte eine zeitlang Funkstille mit der Firma LedPerf.com.

      26.9.2019 Die Sache hat mich weiter beschäftigt, so habe ich eine erneute Anfrage gestartet um zu erfahren, ob der Scheinwerfer in der Schweiz gesetzlich zugelassen ist. Dazu habe ich mich erneut nach der internationalen Zulassung erkundigt, und welche genauen Angaben auf der Lampeneinsatz vorhanden seien. Weiter habe ich explizit darauf hingewiesen, dass ein Wechsel des Lampengehäuses nach meiner Einschätzung einen kompletten Umbau der Front zur Folge hat, da die Originalhalterung dazu nicht benutzt werden könne. Erneut habe ich auf ein Einbauanleitung und das Vorhandensein eines Adapters für die Originalgehäuse erkundigt.

      Die Antwort vonLedPerf.com vom 1.10.2019 besagte das bisher gesagte, nämlich welche Teile benötigt würden (inkl. den untauglichen Lampenkörper), der Hinweis, dass die Optik eine (E9) Kennzeichnung habe "Die Optik ist E9-Zulassung (auf dem Glas der Optik eingraviert), was eine Zulassung in Europa ermöglicht. (wir haben kein Papier, die Gravur ist ein Beweis)". Sie hätten viele Schweizer Kunden, von denen sie kein Feedback hätten, dass das Produkt irgendwelche Probleme bereiten würden "Unsere Kunden in der Schweiz haben nie Probleme mit der Straßenbenutzung gemeldet".

      29.9.2019 Da die Antworten von LedPerf.com meine Fragen nur ansatzweise beantwortet haben, habe ich den Verlauf meiner Erfahrung auf TrustPilot.com geschildert. Bereits einen Tag später war schon die Reaktion von LedPerf über TrustPilot.com mit der Anfrage da, welche Bestellung es genau beträfe, obwohl ich ausgiebig geschildert habe, dass ich noch keine Bestellung getätigt hätte. Am 11.10.2019 hat sich dann TrustPilot erneut gemeldet, sie hätten eine Meldung von LedPerf.com, meine Bewertung sei unzulässig, da sie nicht auf einem echten Kauf basiere oder nicht auf einer Serviceerfahrung beruhe. Sie hätten deshalb meine Bewertung wieder von der Webseite entfernt.

      Selbstverständlich habe ich TrustPilot.com zeitnah detailliert geantwortet und darauf hingewiesen, dass ich mich sehr wohl auf einen Service beziehe, der bekanntlich nicht ausschliesslich mit einem Kauf verbunden sein muss. Das hat TrustPilot.com, am 25.10.2019 dann eingesehen und von mir in der Folge 'Beweise' gefordert, was mir nach dem Widerstand doch etwas zu aufwendig geworden ist. Daher habe ich nach einigem hin und her das Ganze bei TrustPilot.com so belassen.

      27.10.2019 Da weitere Infos von LedPerf.com nicht erhältlich waren, habe ich den Einsatz mit Lampenkörper bestellt, da bekanntlich eine 14-tägige uneingeschränkte Rückgabegarantie versprochen wird. Das Paket ist dann wenige Tage später eingetroffen. Das Problem war aber, dass das falsche Produkt geliefert worden war (ohne Standlicht, ist gesetzlich vorgeschrieben). In meinem Mail vom 4.11.2019 habe ich LedPerf.com dann gezeigt, dass die Webseite einen Fehler aufweist, was die Eigenschaften der vier verschiedenen Einsatzmodelle betrifft. Je nach dem von welcher Seite man das Produkt aufruft, wird das falsche Produkt zum Kauf angeboten (richtige Eigenschaften, aber falsche Typenbezeichnung). Da ich das Produkt nun genau anschauen konnte, konnte ich feststellen, dass meiner Meinung nach darauf alle notwendigen Angaben für eine einwandfreie Zulassung in der Schweiz fehlten. Ich habeLedPerf.com auf die entsprechenden Gesetze mit entsprechenden Links hingewiesen. Auf Anfrage habe ich danach problemlos einen kostenlosen Rückgabeschein erhalten. Das Paket ging umgehend zurück an LedPerf.com und der Betrag von rund 200€ wurde mir zurück erstattet.

      27.11.2019 Da nun einige wenige Fragen klar(er) klarer waren, habe ich mich dazu entschlossen, den korrekten Leuchteneinsatz erneut zu bestellt, mit der Absicht, diesen dann auf der Zulassungsstelle konkret prüfen zu lassen. Der Scheinwerfer wurde dann sehr schnell geliefert, ein recht guter Lieferservice.

      Mit den neuen Einsatz bin ich danach bei der Zulassungsstelle vorbei gegangen, um ihn von der Stelle prüfen zu lassen, die später über die Zulassung entscheiden wird. Der oberste Prüfer hat den LED-Einsatz sehr sorgfältig, und meiner Meinung nach wohlwollend, geprüft und konnte eine Zulassung in der Schweiz dennoch nicht in Aussicht stellen. Folgende Gründe lagen seinem Entscheid zu Grunde:

      1. Der Scheinwerfer weist nur eine Kennzeichnung SAE DOT (E9) auf. Die gesetzliche Bestimmung fordert, dass eine Beleuchtungskörper der mehrere Lichtkomponenten (wie Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht, Tagfahrlicht) mit einer Zusatzbezeichnung versehen sein muss. Diese kann irgendwo angebracht sein, sie muss nicht zwingend vorne auf dem Glas vorhanden sein (allenfalls muss der Lampenkörper bei einer Kontrolle freigelegt werden). Die Prüfstelle muss immer erkennen können, für welchen Zweck die Leuchte und die Zulassung gilt.
      2. Der Korrektheit halber muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass diese zuvor genannten Zusatzkennzeichnungen, dennoch am Lampenkörper nur fakultativ sind. Fehlen diese Zusatzkennzeichnungen am Leuchtkörper, ist es aber zwingend notwendig, dass der Halter diese in einem Zulassungsdokument nachweisen kann, zB. in Form eines Dokuments oder eines Hinweises, wo das Dokument vorhanden ist (Dokument kann recht umfangreich sein).
      3. Folglich, wenn ein Einsatz mit dem Hinweis SAE DOT (E9) ohne Zusatzkennzeichnung vorhanden ist, aber ein entsprechendes Dokument vorgelegt werden kann, kann (muss nicht) die Prüfstelle ein Scheinwerfer ohne Zusatzkennzeichnung zulassen, wenn zusätzlich auch das Lichtbild bei der Prüfung den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Gemäss dem Prüfer ist die Praxis so, dass bekannte Produkte mit vollständiger Zusatzkennung am Lampengehäuse in der Regel problemlos zugelassen werden, solange das Lichtbild zu keiner Beanstandung führt (beim Lichtbild ist es offenbar entscheidend, dass die Helligkeitsverteilung stimmt und der Gegenverkehr nicht geblendet wird).
      Daraus folgert, die Kennzeichnung SAE DOT (9) bei der Ersatzleuchte von LedPerf.com ohne entsprechndes Dokument genügt alleine nicht, um die Glaubwürdigkeit der Zulassung zu erbringen. Die Erfahrung der Prüfer habe gezeigt, dass viele Produkte aus Fernost auf dem Markt seien, die ein solches internationales Dokument nicht aufweisen können. Zudem sei es schon oft geschehen, dass Leuchtmittel fälschlicherweise mit SAE DOT (Ex) Kennzeichnung ohne Zulassung in den Verkauf gebracht worden sind, die dann für den Halter zu einer heftigen Strafe geführt hätten. Werden solche Halter mit unzulässigen Beleuchtungskörpern durch die Polizei erwischt, drohen in der Schweiz drakonisch Strafen.
      1. Eine weitere Einschränkung findet gemäss der Zulassungsstelle zusätzlich durch die maximale Leuchtstärke statt (bei der bestellten Leuchte wären das 4200lm). Ist diese beim Abblendlicht mehr als 2000lm, so sieht das Gesetz das Vorhandensein einer automatischen Niveaukorrektur und automatischen Reinigungsanlagen vor. Zweiteres ist offenbar in der EU aktuell nicht mehr gefordert. Auf die Frage, wann auf eine automatische Nieveauanlage verzichtet werden könne, hat der Prüfer geantwortet, wenn man davon ausgehen könne, dass eine Höhenverstellung durch einen Beifahrer nicht gegeben sei (zB. Solomaschine), oder schmunzelnd, wenn das Heck keine Federung aufweise, wie zum Beispiel bei einer alten Harley.
      Der Scheinwerfer habe ich am 4.12.2019 dann wieder problemlos als Rückgabe angemeldet und danach mit Rücksendeschein an LedPerf gesendet, worauf mir der Kaufpreis zurück vergütet worden ist.

      Zur Zeit bin ich am Abklären, ob die vergleichbaren Voraussetzungen bei anderen LED-Einsätzen gegeben sind. Dabei scheiden die Modelle ohne genaueren Hinweis aus Fernost aus, übrig bleiben einige wenige LED-Einsätze die eine (En) Kennung und eine Zusatzkennung aufweisen. Je nach Kenntnisstand des Polizeibeamten kann es schweineteuer werden, mit einem nicht genehmigten Leuchtmittel erwischt zu werden, das ist gleichbedeutend wie wenn man ohne Scheinwerfer unterwegs wäre.

      Das Fazit ist deshalb, zuerst die gesetzliche Zulässigkeit selber zu prüfen, allenfalls die notwendigen Dokumente ultimativ zu fordern, und sich nicht auf den Hinweis des Verkäufers zu verlassen, dass eine E-Zulassung vorhanden sei, die nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden müsse. Die fehlende Notwenigkeit einer Eintragung ist schliesslich nur die halbe Wahrheit, wenn die kombinierte Verwendung nicht erlaubt ist.

      Ich hoffe dem einen oder anderen von Euch einige zusätzliche Infos als Entscheidungsgrundlage gegeben zu haben, auch wenn diese nur für die Schweiz zutreffen und nicht unbedingt 1:1 für die EU gelten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von raetus-stocker ()

    • LED-Hauptscheinwerfer Einsatz von LedPerf.com

      raetus-stocker schrieb:

      Mein Projekt war (ist), meine R1200C nachdem ich die Blinker und das Schlusslicht auf LED umgestellt habe, auch den Hauptscheinwerfer mit LED zu versehen. Meine Erfahrungen mit LedPerf.com waren dabei recht durchzogen. Frühere Versuche, nur das Leuchtmittel durch ein nicht zugelassene LED-Leuchte zu ersetzen, waren mehr als nicht erfolgreich. Das Lichtbild war absolut ungenügend, das Ergebnis lag weit neben den versprochenen Eigenschaften der Hersteller. Daher habe ich, wie einige von Euch, den Ersatz des ganzen Lampenkörpers geplant. Im Forum haben schon etliche von erfolgreichem Umbau berichtet, andere haben sich gefragt, ob ein solcher Umbau zulässig, sinnvoll oder mit Tücken verbunden ist. Einige der Erkenntnisse decken sich mehr- oder weniger mit solchen, die auch andere gemacht haben.

      Gerne teile ich Euch meine Erfahrungen mit der Firma LedPerf.com mit. Bitte entschuldigt allenfalls die ungewollte Überlänge des Textes.

      6.8.2019 Anfrage, ob bei der Verwendung eines Einsatzes von LedPerf.commit einer Beanstandung in der Schweiz zu rechnen ist. Da die R1200C ein grösseren Lampenkörper als 7" hat, habe ich auch angefragt, ob sie als Lieferant dafür einen Adapter für das Original zur Verfügung stellen, da LedPerf.com modellbezogene Bestellungen anbietet. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit den LED-Leuchtmitteln habe ich auch nachgefragt, ob Fotos des Lichtbildes verfügbar seien. Weiter habe ich mich danach erkundigt, ob man den Scheinwerfer in der Schweiz auch in Original betrachtet werden könne.

      Die Antwort erfolgte sehr zeitnah und war sehr knapp abgefasst. Es wurde darauf geantwortet, "Die Optik ist E9-Zulassung (auf dem Glas der Optik eingraviert), was eine Zulassung in Europa ermöglicht". Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass man einen zusätzliche Lampenkörper installieren müsse, um 'die Optik' verwenden zu können, und dass sie in der Schweiz leider keine Niederlassung besässen.

      7.8.2019 Da die Antwort von LedPerf.com meine Fragen, wenn überhaupt, nur teilweise beantwortet haben, habe ich mich danach weiter erkundigt, ob wenigstens eine Montageanleitung als PDF erhältlich sei und ob ich ein Gesamtdokument erhalten könne, aus dem hervorgeht, dass eine ordentliche (E9) Zulassung vorhanden sei. Bezüglich des Lampengehäuses habe ich zudem angefragt, ob der Einsatz auch im Originalgehäuse verbaut werden könne, das in der Absicht zu erfahren, ob vom Lieferanten von sich aus ein Lösungskonzept anbieten kann.

      LedPerf.com hat darauf geantwortet, dass eine Montageanleitung erst nach dem Versand verfügbar sei (auf der Webseite). Ein Dokument, die eine Zulassung nach (E9) bescheinigt, könne LedPerf.com nicht vorlegen (haben sie nicht). Auch wurde mir erklärt, dass das Gehäuse von LedPerf 'unerlässlich' sei.

      Darauf habe ich mich erneut bei LedPerf.com zurück gemeldet, da es meiner Meinung nach für die Zulassung unbedingt notwendig ist, über ein solches Dokument zu verfügen. Ich habe darauf hingewiesen, dass nach meinem Wissenstand eine Zulassung in der Schweiz scheitern würde, wenn nicht das geforderte Dokument bei einer Fahrzeugprüfung vorgelegt werden könne. Danach herrschte eine zeitlang Funkstille mit der Firma LedPerf.com.

      26.9.2019 Die Sache hat mich weiter beschäftigt, so habe ich eine erneute Anfrage gestartet um zu erfahren, ob der Scheinwerfer in der Schweiz gesetzlich zugelassen ist. Dazu habe ich mich erneut nach der internationalen Zulassung erkundigt, und welche genauen Angaben auf der Lampeneinsatz vorhanden seien. Weiter habe ich explizit darauf hingewiesen, dass ein Wechsel des Lampengehäuses nach meiner Einschätzung einen kompletten Umbau der Front zur Folge hat, da die Originalhalterung dazu nicht benutzt werden könne. Erneut habe ich auf ein Einbauanleitung und das Vorhandensein eines Adapters für die Originalgehäuse erkundigt.

      Die Antwort vonLedPerf.com vom 1.10.2019 besagte das bisher gesagte, nämlich welche Teile benötigt würden (inkl. den untauglichen Lampenkörper), der Hinweis, dass die Optik eine (E9) Kennzeichnung habe "Die Optik ist E9-Zulassung (auf dem Glas der Optik eingraviert), was eine Zulassung in Europa ermöglicht. (wir haben kein Papier, die Gravur ist ein Beweis)". Sie hätten viele Schweizer Kunden, von denen sie kein Feedback hätten, dass das Produkt irgendwelche Probleme bereiten würden "Unsere Kunden in der Schweiz haben nie Probleme mit der Straßenbenutzung gemeldet".

      29.9.2019 Da die Antworten von LedPerf.com meine Fragen nur ansatzweise beantwortet haben, habe ich den Verlauf meiner Erfahrung auf TrustPilot.com geschildert. Bereits einen Tag später war schon die Reaktion von LedPerf über TrustPilot.com mit der Anfrage da, welche Bestellung es genau beträfe, obwohl ich ausgiebig geschildert habe, dass ich noch keine Bestellung getätigt hätte. Am 11.10.2019 hat sich dann TrustPilot erneut gemeldet, sie hätten eine Meldung von LedPerf.com, meine Bewertung sei unzulässig, da sie nicht auf einem echten Kauf basiere oder nicht auf einer Serviceerfahrung beruhe. Sie hätten deshalb meine Bewertung wieder von der Webseite entfernt.

      Selbstverständlich habe ich TrustPilot.com zeitnah detailliert geantwortet und darauf hingewiesen, dass ich mich sehr wohl auf einen Service beziehe, der bekanntlich nicht ausschliesslich mit einem Kauf verbunden sein muss. Das hat TrustPilot.com, am 25.10.2019 dann eingesehen und von mir in der Folge 'Beweise' gefordert, was mir nach dem Widerstand doch etwas zu aufwendig geworden ist. Daher habe ich nach einigem hin und her das Ganze bei TrustPilot.com so belassen.

      27.10.2019 Da weitere Infos von LedPerf.com nicht erhältlich waren, habe ich den Einsatz mit Lampenkörper bestellt, da bekanntlich eine 14-tägige uneingeschränkte Rückgabegarantie versprochen wird. Das Paket ist dann wenige Tage später eingetroffen. Das Problem war aber, dass das falsche Produkt geliefert worden war (ohne Standlicht, ist gesetzlich vorgeschrieben). In meinem Mail vom 4.11.2019 habe ich LedPerf.com dann gezeigt, dass die Webseite einen Fehler aufweist, was die Eigenschaften der vier verschiedenen Einsatzmodelle betrifft. Je nach dem von welcher Seite man das Produkt aufruft, wird das falsche Produkt zum Kauf angeboten (richtige Eigenschaften, aber falsche Typenbezeichnung). Da ich das Produkt nun genau anschauen konnte, konnte ich feststellen, dass meiner Meinung nach darauf alle notwendigen Angaben für eine einwandfreie Zulassung in der Schweiz fehlten. Ich habeLedPerf.com auf die entsprechenden Gesetze mit entsprechenden Links hingewiesen. Auf Anfrage habe ich danach problemlos einen kostenlosen Rückgabeschein erhalten. Das Paket ging umgehend zurück an LedPerf.com und der Betrag von rund 200€ wurde mir zurück erstattet.

      27.11.2019 Da nun einige wenige Fragen klar(er) klarer waren, habe ich mich dazu entschlossen, den korrekten Leuchteneinsatz erneut zu bestellt, mit der Absicht, diesen dann auf der Zulassungsstelle konkret prüfen zu lassen. Der Scheinwerfer wurde dann sehr schnell geliefert, ein recht guter Lieferservice.

      Mit den neuen Einsatz bin ich danach bei der Zulassungsstelle vorbei gegangen, um ihn von der Stelle prüfen zu lassen, die später über die Zulassung entscheiden wird. Der oberste Prüfer hat den LED-Einsatz sehr sorgfältig, und meiner Meinung nach wohlwollend, geprüft und konnte eine Zulassung in der Schweiz dennoch nicht in Aussicht stellen. Folgende Gründe lagen seinem Entscheid zu Grunde:

      1. Der Scheinwerfer weist nur eine Kennzeichnung SAE DOT (E9) auf. Die gesetzliche Bestimmung fordert, dass eine Beleuchtungskörper der mehrere Lichtkomponenten (wie Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht, Tagfahrlicht) mit einer Zusatzbezeichnung versehen sein muss. Diese kann irgendwo angebracht sein, sie muss nicht zwingend vorne auf dem Glas vorhanden sein (allenfalls muss der Lampenkörper bei einer Kontrolle freigelegt werden). Die Prüfstelle muss immer erkennen können, für welchen Zweck die Leuchte und die Zulassung gilt.
      2. Der Korrektheit halber muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass diese zuvor genannten Zusatzkennzeichnungen, dennoch am Lampenkörper nur fakultativ sind. Fehlen diese Zusatzkennzeichnungen am Leuchtkörper, ist es aber zwingend notwendig, dass der Halter diese in einem Zulassungsdokument nachweisen kann, zB. in Form eines Dokuments oder eines Hinweises, wo das Dokument vorhanden ist (Dokument kann recht umfangreich sein).
      3. Folglich, wenn ein Einsatz mit dem Hinweis SAE DOT (E9) ohne Zusatzkennzeichnung vorhanden ist, aber ein entsprechendes Dokument vorgelegt werden kann, kann (muss nicht) die Prüfstelle ein Scheinwerfer ohne Zusatzkennzeichnung zulassen, wenn zusätzlich auch das Lichtbild bei der Prüfung den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Gemäss dem Prüfer ist die Praxis so, dass bekannte Produkte mit vollständiger Zusatzkennung am Lampengehäuse in der Regel problemlos zugelassen werden, solange das Lichtbild zu keiner Beanstandung führt (beim Lichtbild ist es offenbar entscheidend, dass die Helligkeitsverteilung stimmt und der Gegenverkehr nicht geblendet wird).
      Daraus folgert, die Kennzeichnung SAE DOT (9) bei der Ersatzleuchte von LedPerf.com ohne entsprechndes Dokument genügt alleine nicht, um die Glaubwürdigkeit der Zulassung zu erbringen. Die Erfahrung der Prüfer habe gezeigt, dass viele Produkte aus Fernost auf dem Markt seien, die ein solches internationales Dokument nicht aufweisen können. Zudem sei es schon oft geschehen, dass Leuchtmittel fälschlicherweise mit SAE DOT (Ex) Kennzeichnung ohne Zulassung in den Verkauf gebracht worden sind, die dann für den Halter zu einer heftigen Strafe geführt hätten. Werden solche Halter mit unzulässigen Beleuchtungskörpern durch die Polizei erwischt, drohen in der Schweiz drakonisch Strafen.
      1. Eine weitere Einschränkung findet gemäss der Zulassungsstelle zusätzlich durch die maximale Leuchtstärke statt (bei der bestellten Leuchte wären das 4200lm). Ist diese beim Abblendlicht mehr als 2000lm, so sieht das Gesetz das Vorhandensein einer automatischen Niveaukorrektur und automatischen Reinigungsanlagen vor. Zweiteres ist offenbar in der EU aktuell nicht mehr gefordert. Auf die Frage, wann auf eine automatische Nieveauanlage verzichtet werden könne, hat der Prüfer geantwortet, wenn man davon ausgehen könne, dass eine Höhenverstellung durch einen Beifahrer nicht gegeben sei (zB. Solomaschine), oder schmunzelnd, wenn das Heck keine Federung aufweise, wie zum Beispiel bei einer alten Harley.
      Der Scheinwerfer habe ich am 4.12.2019 dann wieder problemlos als Rückgabe angemeldet und danach mit Rücksendeschein an LedPerf gesendet, worauf mir der Kaufpreis zurück vergütet worden ist.

      Zur Zeit bin ich am Abklären, ob die vergleichbaren Voraussetzungen bei anderen LED-Einsätzen gegeben sind. Dabei scheiden die Modelle ohne genaueren Hinweis aus Fernost aus, übrig bleiben einige wenige LED-Einsätze die eine (En) Kennung und eine Zusatzkennung aufweisen. Je nach Kenntnisstand des Polizeibeamten kann es schweineteuer werden, mit einem nicht genehmigten Leuchtmittel erwischt zu werden, das ist gleichbedeutend wie wenn man ohne Scheinwerfer unterwegs wäre.

      Das Fazit ist deshalb, zuerst die gesetzliche Zulässigkeit selber zu prüfen, allenfalls die notwendigen Dokumente ultimativ zu fordern, und sich nicht auf den Hinweis des Verkäufers zu verlassen, dass eine E-Zulassung vorhanden sei, die nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden müsse. Die fehlende Notwenigkeit einer Eintragung ist schliesslich nur die halbe Wahrheit, wenn die kombinierte Verwendung nicht erlaubt ist.

      Ich hoffe dem einen oder anderen von Euch einige zusätzliche Infos als Entscheidungsgrundlage gegeben zu haben, auch wenn diese nur für die Schweiz zutreffen und nicht unbedingt 1:1 für die EU gelten.



      Bei einer korrekten Kennzeichnung muss man kein Prüfzeugnis haben, falls aber wirklich nur (wie vielfach zu sehen) DOT E9 ohne Genehmigungsnummer etc. draufsteht kann die Zulassung angezweifelt werden und dann sollte man das Prüfzeugnis tunlichst zur Verfügung haben.
      Beispiel für korrekte Kennzeichnung siehe Bild. Als Käufer kann ich aber nicht belangt werden, wenn der Hersteller/Importeur das Prüfzeugnis gefälscht hat. So etwas muss der Verbraucher nicht ermitteln, da hätte er auch keine Möglichkeit dazu. Das müssten dann schon die Ermittlungsbehörden machen. Siehe: Beim Dieselskandal wird der Autokäufer für die Manipulationen von VW auch nicht strafrechtlich in Haftung genommen. Weitere Parallelen : Das deutsche KBA kann ausländische Zulassungen lt. Minister Scheuer nicht überprüfen oder Revidieren. Es kann sich nur an die ausländischen Zulassungsbehörden wenden und um Prüfung bitten. Das wird so wohl auch für die Schweiz oder andere Länder gelten. Wenn z.B. (wie im Fall Fiat) die italienischen Behörden nichts unternehmen, fahren die Autos weiter so durch die Gegend, obwohl in Deutschland ermittelt wurde , dass die Emissionen nicht der EU Zulassung entsprechen.

      Eine angezweifelte E Zulassung mit scheinbar korrekter Prüfnummer für Scheinwerfer z.B. aus Malaysia lässt sich für die Behörden also nur sehr schwer überprüfen. Die Echtheit eines z.B. in Malaysia erstellten Prüfzeugnisse kann nur durch malaysische
      Behörden geprüft werden. Das KBA kann da nicht hinreisen und ermitteln.
      In China wurden mir sehr günstige LED Scheinwerfer mit scheinbar korrekter Prüfnummer etc. angeboten. Das Prüfzeugnis gibt’s auch, könnte aber gefälscht sein. Wenn aber nur DOT E9 draufsteht gibt’s auch kein Prüfzeugnis, da die Prüfnummer fehlt erledigt sich das ja von selbst.

      Gesendet von iPhone mit Tapatalk
      “There are not enough Indians in the world to defeat the Seventh Cavalry.”
      General George Armstrong Custer (1839-1876)

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von slugbuster ()

    • Besten Dank für die Stellungsnahme. Wie beschrieben, verwendet LedPerf.com nur die Kennzeichnung SAE DOT (E9) und weist zudem explizit darauf hin, über kein Genehmigungsdokument zu verfügen. Sie haben natürlich Recht, selbstverständlich muss und kann ein Halter nicht für die Echtheit der Dokumente verantwortlich gemacht werden, wozu auch die Kennzeichnung auf dem Scheinwerferglas gilt. Handelt es sich um ein bekanntes Produkt, oder verfügt es über die in Europa vorgeschriebenen Bezeichnung und Zusatzkennzeichnung, wird wie bereits erwähnt, gemäss dem Prüfer in der Regel die Zulassung kein Problem darstellen. Hat die Prüfstelle aber einen begründeten Verdacht (zB. fehlende Kennzeichnung und Zusatzkennzeichnung, unzulässiges Lichtbild, Verarbeitung, Material usw.), so wird er die Rechtmässigkeit des Bauteils wie auch ein allfälliges Dokument nicht überprüfen, sondern den Nachweis der Korrektheit vom Halter verlangen. Gelingt das dem Halter nicht, wird das Fahrzeug nicht für den Verkehr zugelassen.

      Ein anderer Fall ist es hingegen, wenn man ein Bauteil, zB. nur mit der E-Kennzeichnung ohne die notwendigen Zusatzkennzeichnungen sowie ohne entsprechendes Dokument, in Verkehr bringt. Wenn ich zum Beispiel einen Blinker an meinem Motorrad anbringe oder anbringen lasse, der nicht über die vorgeschriebene Zusatzkennzeichnung verfügt, darf das Motorrad in der Schweiz nicht in Verkehr gebracht werden. Mache ich es doch, und werde ich danach erwischt, winkt in der Schweiz eine erhebliche Busse. Ich kann mich dann nicht herausreden, ich hätte den Blinker ja weder produziert noch vertrieben. Ich muss dann die Vorschriften für Änderungen Motorräder gemäss ASA Richtlinie 2b einhalten. In einem solchen Fall ist der Halter in erster Linie dafür verantwortlich, selbst wenn eine Werkstätte diesen Blinker montiert hätte. Selbstverständlich haftet gleichwohl die Werkstatt gegenüber den Halter.
    • LED-Hauptscheinwerfer Einsatz von LedPerf.com

      raetus-stocker schrieb:

      Besten Dank für die Stellungsnahme. Wie beschrieben, verwendet LedPerf.com nur die Kennzeichnung SAE DOT (E9) und weist zudem explizit darauf hin, über kein Genehmigungsdokument zu verfügen. Sie haben natürlich Recht, selbstverständlich muss und kann ein Halter nicht für die Echtheit der Dokumente verantwortlich gemacht werden, wozu auch die Kennzeichnung auf dem Scheinwerferglas gilt. Handelt es sich um ein bekanntes Produkt, oder verfügt es über die in Europa vorgeschriebenen Bezeichnung und Zusatzkennzeichnung, wird wie bereits erwähnt, gemäss dem Prüfer in der Regel die Zulassung kein Problem darstellen. Hat die Prüfstelle aber einen begründeten Verdacht (zB. fehlende Kennzeichnung und Zusatzkennzeichnung, unzulässiges Lichtbild, Verarbeitung, Material usw.), so wird er die Rechtmässigkeit des Bauteils wie auch ein allfälliges Dokument nicht überprüfen, sondern den Nachweis der Korrektheit vom Halter verlangen. Gelingt das dem Halter nicht, wird das Fahrzeug nicht für den Verkehr zugelassen.

      Ein anderer Fall ist es hingegen, wenn man ein Bauteil, zB. nur mit der E-Kennzeichnung ohne die notwendigen Zusatzkennzeichnungen sowie ohne entsprechendes Dokument, in Verkehr bringt. Wenn ich zum Beispiel einen Blinker an meinem Motorrad anbringe oder anbringen lasse, der nicht über die vorgeschriebene Zusatzkennzeichnung verfügt, darf das Motorrad in der Schweiz nicht in Verkehr gebracht werden. Mache ich es doch, und werde ich danach erwischt, winkt in der Schweiz eine erhebliche Busse. Ich kann mich dann nicht herausreden, ich hätte den Blinker ja weder produziert noch vertrieben. Ich muss dann die Vorschriften für Änderungen Motorräder gemäss ASA Richtlinie 2b einhalten. In einem solchen Fall ist der Halter in erster Linie dafür verantwortlich, selbst wenn eine Werkstätte diesen Blinker montiert hätte. Selbstverständlich haftet gleichwohl die Werkstatt gegenüber den Halter.


      In Deutschland und wohl auch in anderen EU Staaten ist das wohl überall auch so. Nur gehen einige Länder relaxed mit der Sache um und manche streng. Bei Motorrädern müssen generell mehr Teile ein Zertifikat haben als beim Auto. Beispiel: Andere Stoßdämpfer (nicht Tieferlegung !) können beim Auto einfach eingebaut werden ohne etwas einzutragen oder Papiere mitführen zu müssen. Beim Motorrad ist das nicht so. Meine Wilbers Dämpfer kamen daher mit Typspezifischer ABE und nicht mit E Kennzeichen. (Dann könnte man die ja überall anbauen)


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      General George Armstrong Custer (1839-1876)